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Der Kreuzgang von Voltorre

In Gavirate befindet sich der faszinierende mittelalterliche Kreuzgang von Voltorre. Bei seiner Entstehung war er Teil der blühenden benediktinischen Klosteranlage von Voltorre, welche im 12. Jh. der mächtigen Abtei von Fruttuaria unterstand. Zum ersten Mal wurde eine Kirche in Voltorre in einem Kodex von 1154 urkundlich erwähnt (ein päpstliches Privileg). Da die Kirche aber dem Hl. Michael geweiht war, dessen Verehrung während der langobardischer Herrschaft sehr verbreitet war, vermutet man, dass sie bereits eine Weile vor dem im Kodex genannten Zeitpunkt errichtet wurde. Es gibt noch einige Überreste von einem ersten Gebäude, von dem man zwei Apsiden aus dem 5. und 6. Jh. erkennt. Darauf wurde höchstwahrscheinlich anschließend im 11. Jh. die romanische Kirche erbaut. Der viereckige Glockenturm dagegen wird auf das 12. Jh. datiert. Ein Großteil der gesamten Anlage wird vom Kreuzgang eingenommen. Er steht hinter der Kirche und wurde im 12. Jh. von Lanfranco da Ligurno verwirklicht. Die Kirche wurde zwischen dem 17. und 18. Jh. in barockem Stil erweitert und mit einer ebenfalls barocken Kapelle ausgestattet. In Folge der Abschaffung der Mönchsorden in der Zeit der Revolution wurde die Anlage von Voltorre aufgeteilt und für verschiedene, auch private Verwendungszwecke bestimmt. Erst gegen Ende des 19. Jh. wurden langsam Restaurierungsarbeiten an den Gebäuden begonnen, die im Jahr 1913 abrupt durch einen Brand unterbrochen wurden. Die Arbeiten wurden in den 30er Jahren wieder aufgenommen und fanden ihren Höhepunkt im Erwerb eines Teils des Monuments durch die Provinz Varese im Jahr 1954. In den 70er Jahren wurde der staatseigene Teil hinzugefügt. Zum heutigen Tag ist der mittlerweile vollständig renovierte Kreuzgang Ausstellungsort und kann besichtigt werden.

Das Museum für moderne Kunst

Der Kreuzgang ist vor allem sein eigenes Museum und generell ein Museum der Romanik, wo die Kassetten und Kapitelle des Säulengangs zu geschichtlichen Ausstellungsgegenständen werden. Als Museum für moderne Kunst dient er der Aufwertung der Sammlungen aus der Umgebung, die ansonsten der Öffentlichkeit verborgen blieben, der Neuauslegung von Strömungen der modernen Kunst. Durch Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen, bei denen Autoren, der Künstler und des Sammlungen präsentiert werden, trägt er auch zur lokalen Identität bei.

 

fonte:

Varese – Land of Tourism